VP-NÖ trauert um Alt-Landeshauptmann Andreas Maurer

Mit seinem Tod verliert das Land eine der großen Politikerpersönlichkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg. Andreas Maurer ist Montagabend im 92. Lebensjahr gestorben und war mehr als 14 Jahre (von 24. November 1966 bis 22. Jänner 1981) im Amt. Landesparteiobmann der VP-NÖ war Maurer von 29. November 1975 bis 8. November 1980. Andreas Maurer galt immer als geradlinig und bürgernahe – kurz gesagt ein Politiker mit Handschlagqualität und Hausverstand. Bei den drei Landtagswahlen in seiner Amtsperiode erreichte er immer die absolute Mandatsmehrheit. Seine Lebenseinstellung lautete: "Man soll nie mehr scheinen wollen, als man ist."

Zahlreiche Höhepunkte
Als Höhepunkte seiner Politik nannte er einmal u.a. den Bau von drei neuen Donaubrücken (Krems, Melk, Hainburg), seine Rolle als "Königsmacher" der ÖVP 1971 (auf Maurers Vorschlag ging Karl Schleinzer als neuer Bundesobmann der Volkspartei und Nachfolger von Hermann Withalm hervor), das Verschieben der Landeshauptstadt-Pläne 1974 sowie den Beschluss über eine neue Landesverfassung 1978. Darüber hinaus fielen in seine Ära der flächendeckende Ausbau des Straßennetzes, die umfassende Gemeindestrukturreform sowie zahlreiche bildungspolitische Maßnahmen, wie die kostenfreien Kindergärten und Schulen, das Ende der achtklassigen Volksschule und die Einführung der Hauptschulpflicht.
Tief betroffen
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll zeigt sich über das Ableben von Alt-Landeshauptmann Andreas Maurer tief betroffen. "Der Baumeister Niederösterreichs ist von uns gegangen. Er war für mich ein väterlicher Freund. Maurer war mit unserem Heimatland bis in die tiefste Seele verbunden, seine Herkunft und Verwurzelung im Bauernstand prägte sein Denken, seine Arbeit und sein Leben", so Pröll.
Wertvollster Berater
Niederösterreich verliere einen Menschen, "der für sein Land eingetreten ist und gekämpft hat, im tiefen Empfinden eines Krieges und in der Kraft seines Denkens und Handelns zum Wiederaufbau seiner Heimat." Pröll selbst verdanke seine Berufung in die Politik Andreas Maurer. "Er war mein wertvollster Berater bis zuletzt und Orientierungshilfe in schweren Zeiten. Andreas, ruhe sanft", meinte Pröll.
Nachruf Andreas Maurer
Andreas Maurer wurde am 7. September 1919 in Trautmannsdorf a.d. Leitha als zweites Kind eines Landwirte-Ehepaares geboren. In seinem Heimatort besuchte er die Volksschule, anschließend die Landwirtschaftliche Schule Bruck a.d. Leitha. Im Zweiten Weltkrieg war Maurer bis zu einer Verwundung im Jahr 1942 an der Ostfront im Einsatz. Wieder genesen, geriet er in Italien in englische Gefangenschaft.
In der Nachkriegszeit übernahm Maurer den väterlichen Betrieb. Seine politische Karriere begann er 1946 als Ortsbauernrat. 1949 wurde er Kammerrat in der Bezirksbauernkammer Bruck a.d. Leitha, von 1950 bis 1955 gehörte er dem Gemeinderat von Trautmannsdorf an. Maurer wurde dann Obmann der Bezirksbauernkammer und 1959 als Abgeordneter in den NÖ Landtag gewählt. Als Mitglied der Landesregierung (Landesrat vom 19. November 1964 bis zur einstimmigen Landeshauptmann-Wahl am 24. November 1966) unterstanden ihm landwirtschaftliche Agenden. Maurer war weiters von 1970 bis 1989 Obmann des NÖ Bauernbundes.
In seiner Amtszeit an der Spitze Niederösterreichs schlug Maurer drei Landtagswahlen. Die ÖVP erreichte dabei 1969, 1974 und 1979 immer die absolute Mandatsmehrheit (30, 31 bzw. 29 von 56 Sitzen).
Der Alt-Landeshauptmann war über 60 Jahre mit seiner Frau Hermine verheiratet. Das Ehepaar feierte 2009 die seltene "Eiserne Hochzeit".  Maurer hat sechs Kinder und zahlreiche Enkel und Urenkel.